Biologie

Schwimmteiche und Naturpools sind Biologische Systeme.

Ein Zusammenspiel von Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen in Abhängigkeit von Wasser, Licht, Luft, Temperatur und Nährstoffgehalt ergeben komplexe Abläufe.

Deshalb ist es schwierig bei Algenproblemen sofort genau zu sagen was die Ursache ist.

Jede Art von chemischer (Chlor, Kupfer, Silber, Unkrautvernichter) oder physikalischer Beschädigung (UV-Licht, Ultraschall) hat immer Einfluss auf das ganze System.

Biofilm

Biofilm (Definition auf Wikipedia) besteht aus einer Schleimschicht, in der Mikroorganismen eingebettet sind.

Bei den Schwimmteichen wächst er auf allen Oberflächen im Teich.

Bei den Naturpools soll er im Filter wachsen. Weshalb bei diesen während der Saison die Filterpumpen ständig laufen um den Biofilm mit Sauerstoff zu versorgen. Kommt es zu einem längeren Pumpenstillstand (z.B.: bei einem Stromausfall) so beginnt der Biofilm abzusterben und zu vergären, wobei alle gebundenen Nährstoffe freigesetzt werden. Vor Wiederinbetriebnahme ist es notwendig, den Filter zu spülen.

Mikroorganismen

Mikroorganismen (Def. auf Wikipedia) sind mikroskopisch kleine Lebewesen (Organismen), die als Einzelwesen mit bloßem Auge meist nicht erkennbar sind. Bei den Mikroorganismen handelt es sich überwiegend um Einzeller, auch einige Mehrzeller entsprechender Größe gehören dazu.

Beispiele für Mikroorganismen sind Bakterien, viele Pilze, mikroskopische Algen sowie Protozoen.

Die Mikroorganismen sind unsere wichtigsten Verbündeten im Teich. Sie zersetzen abgestorbene organische Masse und filtrieren ständig das Wasser. In einem Gramm Schlamm befinden sich 2,3 -2,6 Mrd. Mikroorganismen. Sie sind für das Gleichgewicht im Wasser sehr wichtig. Unter anderem vernichten sie auch Krankheitskeime. Deshalb dürfen niemals Algenvernichter oder andere die Biologie störende Substanzen oder Geräte (z.B.: UV-Lampen) eingesetzt werden.

Tiere

Alle interessanten Tiere hier anzuführen würde den Rahmen sprengen. Trotzdem möchte ich Ihnen einige nennen.

Es gibt 78 Libellen-Arten in Mittel-Europa. Etwa die Hälfte davon ist gefährdet. Libellenlarven sind Räuber (sie fressen Gelsenlarven, Kaulquappen, Wasserkäfer,..). Die Entwicklung der Tiere dauert je nach Art zwischen ein und drei Jahren. Man findet eine größere Artenvielfalt in pflanzenreichen Teichen.

Wasserläufer, Rückenschwimmer, Gelbrandkäfer, Furchenschwimmer, Gaukler, Taumelkäfer, Kolbenwasserkäfer fressen ebenfalls gerne Gelsenlarven. Somit sind Gelsen in einem gut funktionierenden Teich niemals ein Problem.

Wasserschnecken sind nützlich, da sie die Algen von Folie und Steinen abweiden.

Alle Lurch-Arten sind bedroht.
Molche und ihre Larven (Kaulquappen) sind Räuber. Sie kommen nur zur Paarung ins Wasser. Die Eier werden einzeln an Wasserpflanzen abgelegt, nach 14 Tagen schlüpfen die Larven. Mit drei Monaten verlassen die Tiere den Teich, und erst nach 3 Jahren sind sie fortpflanzungsfähig.

Frösche und Kröten sind ebenso wichtig im Kreislauf. Die Kaulquappen fressen viele Algen. Sie sind die Frühlingsputzkolonne des Teiches. Frösche sind gute Insektenjäger.

Frösche und Kröten sind zur Paarungszeit laut. Die meisten dieser Tiere verlassen nach der Laichablage den Teich wieder. In den ersten Jahren des Teiches kann es hier zur Überpopulation kommen, bis sich ein natürliches Verhältnis einspielt. In Jahren in denen es schon im Frühling nur mehr wenig regnet, so dass die natürlichen Laichgewässer der Frösche, Kröten und Molche schon ausgetrocknet sind, wandern diese armen Tiere dann zusätzlich in unsere Gärten ein, was dann ebenfalls zu einem erhöhten Lärmpegel an unserem Teich führen kann.
Alle Tiere die im Teich aufwachsen, und ihn später verlassen, tragen dazu bei den Nährstoffgehalt (Phosphor) des Teichwassers zu reduzieren.

Wenn sie in ihrem Garten Schneckengift verwenden, dann bitte nur welches, das im Bio-Anbau zugelassen ist. Anderes Schneckengift ist auch für Igel und Kröten gefährlich.

Kröten sind leider ziemlich schlechte Schwimmer. Eigentlich wollen sie ihren Laich nur in flachen Tümpeln und Lacken ablegen. Schwimmteiche sind viel zu tief für sie. Wenn sie Kröten am Grund des Teiches sehen, dann nehmen sie bitte einen Kescher und holen sie herauf. Sie verenden sonst qualvoll.

Enten haben in einem Schwimmteich nichts verloren. Sie produzieren sehr viel Mist, ruinieren die Pflanzen, und können auch Krankheiten und Zerkarien (kleine Plagegeister) einschleppen.

Bisam können massive Schäden in Teichen anrichten. Einerseits fressen sie ebenfalls Pflanzen, andererseits können sie auch die Folie durchbeißen.

Fische
Fischteich ist Fischteich, und Schwimmteich ist Schwimmteich. In Fischteichen herrschen andere Biologische und Chemische Bedingungen als in Schwimmteichen. Es gibt in der Natur keine so kleinen Gewässer in denen Fische vorkommen.

Algen

Es gibt geschätzte 400.000 Algenarten. Ca. 80.000 davon sind bekannt, was aber nicht bedeutet, dass sie auch erforscht sind. Die Zahlen sollen verdeutlichen wie viel Sinn es macht ein paar Arten zu bekämpfen. Sie schaffen dadurch nur Platz für andere, da Algen nahezu jeden Lebensraum dieser Erde besiedeln.
Algen reduziert man am besten dadurch, dass der Phosphatgehalt im Wasser reduziert wird. Wenn Unterwasserpflanzen und Biofilm gut wachsen, und sie die Nährstoffe binden, bleibt für die Algen weniger über. Wenn den Nährstoffeinträgen wie Staub, Laub, Pollen, Regen, Nachfüllwasser, Badegäste usw. ausreichend Nährstoffausträge gegenüberstehen, gibt es kaum Probleme mit Algen. Regelmäßiges Skimmer reinigen, Sediment absaugen, Pflanzen zurückschneiden und gegebenenfalls Filter spülen sind notwendig. Alle anderen Nährstoffeinträge wie Rasen- und Gartendünger, Entenkot, Erde usw. führen immer zu Überlastungen des Systems, und können mit den normalen Austragswegen nicht ausreichend zur Nährstoffreduktion beitragen. Im schlimmsten Fall kann es zu Totalschäden bei Biofiltern führen.
Der Einsatz von Algenvernichtern, Desinfektionsmitteln und anderer die Biologie hemmende oder abtötende Substanzen und Geräten ist nicht erlaubt. Etwas in den Teich hineinleeren ist kein Austrag.

Viele Algenarten in unserem Teich sind durchscheinend-grün. Sie geben dem Wasser die grünliche Farbe, aber ohne die Sicht bis auf den Teichboden zu behindern.

Frisch befüllte Teiche werden meistens nach ein paar Tagen grün (oft auch sehr, sehr grün). Keine Panik. Dies ist normal, da die Wasserpflanzen noch klein sind, und sich das Zooplankton erst entwickeln kann, wenn es genügend zum fressen hat. Je nach Witterung dauert es bis zu vier Wochen bis der Teich wieder klar wird.

Algen sind außerdem vermehrt im Frühling und im Herbst, sowie bei Wetterveränderungen, und bei großer Hitze vorhanden. Auf angeströmten Flächen (z.B.: Quellsteine) wachsen Algen deshalb gut, weil sie ständig mit Nährstoffen versorget werden. Wie bei Running-Sushi.

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